Freitag, 26. Februar 2016

Praktikumsbericht Büromanagement

Ich heiße Max Mustermann. Ich komme aus einem großen Dorf Bad Bumbendach. Ich bin ein bescheidener und einzigartiger Mensch und sehr kompätenter zukünftiger Mitarbeiter. In der Schule war ich einer der besten und hatte eine Eins im Singen.

Nach dem Abitur vor meiner Ausbildung zum Bürokaufmann habe ich ein Praktikum im Büromanagement absolviert.

Ich kann Englisch sehr gut. Zum Beispiel kann ich ohne Wörterbuch „Guten Tag“ sagen. Meine Stärke ist die perfekte Aussprache. Nur leider war unsere Englischlehrerin aus England in der Schule so diskompätent und verstand mich nicht.

Meine Kollegen

Herr Kaffeesen

Ich erinnere mich an meine Kollegen. Den Techniker, Herrn Kaffeesen, habe ich beim „Testen des Einflusses der Kaffeefilterqualität auf den Geschmack von verschiedenen Kaffeesorten unter besonderer Berücksichtigung vom Milchfettprozentsatz in Milch“ kennen gelernt. Herr Kaffeesen kennt sich in allen Geräten aus und sollte unsere Kaffeemaschine defekt werden, würde er sie sofort reparieren. Dafür würde er sein ganzes Wissen einsetzen, das er in einer der berühmtesten Technikakademien Europas erworben hat, derer Namen er leider vergessen hat. Außerdem kennt er fast alle Kaffeebohnen und Kaffeezubereitungstechniken. Das kommt von seiner großen Erfahrung als Techniker. Generell war Herr Kaffeesen ein bescheidener und sehr hart arbeitender Mitarbeiter.




Frau Sichtbar

Frau Sichtbar war unsere Sekretärin. Sie rechtfertigt ihren Nachnamen nicht. Sie hat viel Pech, die Arme: Sie hatte schon die Vergiftung der linken oberen Leber, später erwischte sie Fingernageljuckreiz und dann musste sie wegen eines Armbruches 3 Wochen im Bett bleiben. Mit wem, hat sie nicht verraten.

Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass Frau Sichtbar unserem Chef, Herrn Baron Fürst Dem Ersten, etwas sichtbar machte, dass sie so lange in diesem Unternehmen noch sichtbar war.

Frau Ohr

Frau Ohr war eine Sachbearbeiterin. Sie schätzte sehr, die heute fast ausgestorbene Fähigkeit, zu zuhören. Während Pausen hörten wir ihr zu, wie sie sich über ihren Mann beschwerte, der sie nicht mehr hören konnte. Bei Frau Ohr sah ich etwas, was ich in meinem Leben noch nie gesehen hatte: Einen daumenlangen Rock. Frau Ohr war sehr offen. Ihre Bluse bewies es. Man konnte mit Frau Ohr über alles reden: Über Lippenstifte, Röcke, Schminke, Fingernagellack, Handtaschen von Gucci… Außerdem war sie immer für ihre Kollegen da und man konnte bei ihr eigenes Herz ausschütten. Bald verstand ich, dass auch Herr Baron Fürst Der Erste sein Herz bei Frau Ohr ausschüttete. Wie hilfsbereit Frau Ohr war! Einmal sah sie mich von unten nach oben und fragte eindeutig, ob ich wollte, bei ihr mein Herz ausschütten. Ich sagte dankend ab, obwohl ich keine Freundin hatte. Ich praktizierte Selbstliebe und ich kann mein Herz nur bei der Person ausschütten, die ich kenne. Frau Ohr bewies ihre Hilfsbereitschaft, indem sie meinte, beim Herzausschütten würden wir einander sehr tief kennen lernen.

Herr Fraumann

Mein Ansprechpartner war Herr Fraumann, ein Sachbearbeiter. Er kennt sich in Mode und Schminke sehr gut aus. Als ich ihn sah, dachte ich sofort, er und Frau Ohr würden zusammen passen. Und das war auch tatsächlich so. Während einer Pause habe ich ein Gespräch gehört. Frau Ohr beschwerte sich, dass es keine echten Männer mehr gibt. Herr Fraumann nickte zustimmend und feilte seine Fingernägel weiter.

- Du bist ein echter Mann einerseits, Hans. Ich kann mit dir über alles reden. Die Schminke, die du mir empfohlen hast, steht mir viel besser als meine alte. Hans, was bedeutet es für dich, ein Mann zu sein?

- Ich weiß es nicht – sagte er ehrlich, legte die Feile in seine Gucci-Tasche und zog daraus die Zeitschrift „Lippenstiftwelt“.

Ich glaubte ihm. Frau Ohr aber zweifelte an seiner Ehrlichkeit.

- Weißt du Margarete, es ist schade, dass du kein Mann bist – seufzte Herr Fraumann.
- Und es ist schade, dass du kein Mann bist.

Beide nickten zustimmend und brachten in Tränen aus.

Mein Praktikum

Mein Praktikum dauerte vier Wochen. Schon am zweiten Tag bewies ich meine perfekten Englischkenntnisse, indem ich eine Bedienungsanleitung der neuen Kaffeemaschine für Herrn Kaffeesen ins Deutsche übersetzte.

Habe ich auch schon von meiner Stärke geschrieben, Praktikumsberichte immer themenbezogen, kurz und strukturiert zu schreiben? Nein? Gut. Denn das ist überhaupt nicht meine Stärke. Schade, Sie haben es erst jetzt erfahren.

In unserem Büro hatten wir die neueste Version der Windows – WindowsBeforeFlood. Die Computer waren auf solchem neuesten Stand, dass sie Multitasking ermöglichten – während WindowsBeforeFlood startete, habe ich vier Fax gesendet, fünf Kundenanrufe beantwortet, mit Herrn Kaffeesen Kaffee getrunken und Herrn Fraumanns Kuchen gegessen. WindowsBeforeFlood ist so benutzerfreundlich, dass die Urgroßmutter von Frau Sichtbar es noch bis heute benutzt. Unsere Bürocomputer waren alle die besten. Sie haben den ersten Platz im Wettkampf „Wer hat noch diesen Schrott 2016?“ gewonnen, organisiert und durchgeführt von der Deutschen Gesellschaft für Schrottologie e.V.

Im Büro waren alle vier Ablagekörbe benannt, um im Büro mehr Klarheit und Ordnung zu schaffen und die Erledigung der Arbeit zu vereinfachen und zu beschleunigen. Meine Kollegen waren sehr verantwortungsbewusst bei ihrer Arbeit und besonders ehrlich. Herr Kaffeesen wählte alle vier Namen. Der erste Ablagekorb für „Später“ hieß Mont Blanc, der zweite für „Nächstes Mal“ hieß Everest, für „Nächste Woche“ – Kilimandscharo, „Nach der Kaffeepause“ – Zugspitze. Die Ehrlichkeit und der Arbeitseifer meiner Kollegen waren beeindruckend.

Im Büro war es angenehm warm. Wenn ich im abgeknöpften Pelzmantel war. Der frische Wind, der aus den Fenstern wehte, brachte nur sehr leichten Geruch von Fisch aus einer Fischbude, die sich auf der anderen Seite der Stadt befand. Langsam beginne ich zu verstehen, warum meine Freunde dachten, ich arbeitete in einer Fischfabrik.

Jetzt muss ich leider meinen Praktikumsbericht beenden. Ich bin KEY CLEANING SENIOR MANAGER und muss weiter Toiletten putzen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen